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Agroenergiepflanzen-Glossar

Photo: Kurt Damm (FDCL)

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Glossar zu Agroenergiepflanzen

Verfaßt von Sandra Schuster und Franziska Löschner

FDCL - Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika

Berlin, Ende 2008

 


Ölpalme (Elaeis guineensis)

Plantage mit Ölpalmen in Ecuador. Photo: Klaus Schenck (Salva la Selva)
Plantage mit Ölpalmen in Ecuador. Photo: Klaus Schenck (Salva la Selva)
Plantage mit Ölpalmen in Ecuador. Photo: Klaus Schenck (Salva la Selva)
Ölpalme in Ecuador. Photo: Klaus Schenck (Salva la Selva)
Reife Früchte. Plantage mit Ölpalmen in Ecuador. Photo: Klaus Schenck (Salva la Selva)
Abtransport von Ölpalmenfrüchten in Ecuador. Photo: Klaus Schenck (Salva la Selva)
Piste in Plantage mit Ölpalmen. Aufgenommen in Ecuador. Photo: Klaus Schenck (Salva la Selva)
Plantage mit Ölpalmen in Kolumbien: Nach Ende des mehrjährigen Produktionszyklus' werden die nicht mehr ausreichend 'produktiven' Ölpalmen mit Herbiziden abgetötet. Ob dergleichen in den Ökobilanzen wohl mit einberechnet wird? Photo: Betty Brambilla für Salva la Selva
Fällen einer Ölpalme. Aufgenommen in Kolumbien. Photo: Justicia y Paz (Colombia)
Dendê in Brasilien. Photo: Kurt Damm (FDCL)
Dendê in Brasilien. Photo: Kurt Damm (FDCL)
Dendê in Brasilien. Photo: Kurt Damm (FDCL)
Dendê in Brasilien. Photo: Kurt Damm (FDCL)
Dendê in Brasilien. Photo: FDCL-Archiv
"Grüne Wüsten". Ausstellungstafel Nr.8 der FDCL-Ausstellung "Plantación - Lateinamerika und der Rausch der Bioenergie"

(en: oil palm, es: palma africana de aceite / palma aceitera / palmera de aceite, pt: dendezeiro / palmeira-de-óleo-africana / palmeira-dendém / coqueiro-de-dendê, fr: palmier à huile)

Familie: Arecaceae (Palmengewächse)

Herkunft und Geschichte:

Westliches Afrika, zu Zeiten der Kolonisation nach Malaysia eingeführt, Nutzung als Nahrungs-, Faser- und Baumaterial

Biologie:
Die Entwicklung der Frucht von der Bestäubung bis zur Reife dauert 5 bis 9 Monate. Die rundlichen, meist 15 bis 25 kg schwere Fruchtstände setzen sich aus 1.000-4.000 eiförmigen Früchten zusammen. Hauptmenge des Öls findet sich im Fruchtfleisch, etwa 1/8 im Endosperm. Die Palmen beginnen nach 4 bis 5 Jahren zu tragen. Wenn sich die Früchte orange färben, ist der richtige Zeitpunkt zur Ernte – oder auch das Abfallen einzelner Früchte.

Ansprüche:
Hohe Ansprüche an Wasserbedarf (1.500-1.800mm/ a), hoher Temperaturbedarf, braucht gleichmäßige Temperatur von 24-28°C, viel Sonnenschein (5-6 Std. am Tag), Trockenzeit von 3 Monaten wird ohne Ertragseinbußen ausgehalten. Der Boden sollte tiefgründig und gut drainiert sein.

Düngung:
Hoher Bedarf an N, K, Mg; Nährstoffentzug ist groß

Schädlingsbekämpfung:
Wichtigste Krankheitserreger sind Pilze: Fungizid-, und Pestizideinsatz; Durch die Wahl geeigneter Standorte und Sorten kann man Krankheiten im Schach halten.

Ertrag:
30 Tonnen/ ha Fruchtstände; ca. 7 Tonnen Palmöl/ ha  und 1 Tonne Palmkernöl

Größte Produzenten weltweit:
Indonesien, Malaysia, Nigeria, Thailand, Kolumbien, Ecuador, Ghana, Elfenbeinküste, Papua Neu Guinea, Kamerun  (FAOSTAT, Angaben für 2007);

Etwa ein Viertel der kolumbianischen Palmöl- und Palmkernölausfuhren wird von Deutschland importiert, knapp ein Drittel dieser Importe landet als Brennstoff in der Energieerzeugung und – mit zunehmender Tendenz - als Kraftstoff in Personen- und Lastwagen (Vgl. taz 8/1/2008, „Kolumbianer warnen – Agrosprit schadet Kleinbauern“

Steigender Verbrauch von Palmöl, bei wachsender Nachfrage nach Pflanzenöl insgesamt: in vergangen 10 Jahren ist der weltweite Verbrauch von Palmöl um 24,8 Millionen Tonnen oder 138 Prozent angestiegen (Vgl. Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle in: UFOP-Marktinformation, Ölsaaten und Biokraftstoffe, Ausgabe August 2008). Neben zunehmender Verwendung pflanzlicher Öle in menschlicher Ernährung wird Hintergrund für dieses Wachstum im Bestreben vieler Nationen gesehen, mit erneuerbaren Energieträgern die Abhängigkeit vom Erdöl zu reduzieren. Innerhalb der EU ist nach den Niederlanden Deutschland der zweitgrößte Verbraucher von Palmöl, jährlich werden etwa 1 Mio. Tonnen importiert. (Vgl Greenpeace 11/2007, „Zerstörte Wälder, Klimawandel und indonesisches Palmöl“, S. 3).


Rund 88% des derzeit weltweit gehandelten Palmöls stammt aus Malaysia und Indonesien. Innerhalb der letzten 20 Jahre hat sich die Produktion von Palmöl in Indonesien verdoppelt, in Indonesien verdreifacht (entnommen: „The Geopolitics of Agrofuels, Position Paper of The Global South on Food Sovereignty and the transition towards a post-oil society“, S. 6). Der FOCUS spricht von einer Verfünffachung der Anbaufläche in Indonesien zwischen 1985 und 2005, von 600.000 ha auf fünf Millionen ha. Mindestens 26 Millionen weitere Hektar sollen demnach nach dem Willen der indonesischen Regierung in Ölpalm-Monokulturen umgewandelt werden. (Vgl. FOCUS 16/1/2008, „Ölpalmplantagen, im Namen der Profitgier“ von Michael Odenwald). Nach Angaben von Florian Siegert, Professor für Biologie in München, der bis 2020 eine Fläche von 20 Mio ha. nennt, entspricht dies einem Gebiet mehr als halb so groß wie Deutschland.

Verwendung als Agrotreibstoff:
Agrodiesel aus Pflanzenöl, Öl wird aus Fruchtfleisch und Palmkern gewonnen, in Blockheizkraftwerken wird Palmöl zur Gewinnung von Wärme und Strom verbrannt.

Gentechnik:
Forschung an Resistenzen, Kälteresistenz, Produkteigenschaften, wie kleiner Kern, großes fleischiges Mesokarp, gedrungene Stämme; Genom-Entschlüsselung, Hochertragssorten: Synthetic Genomics Inc, Asiatic Centre for Genome Technology (Vgl. URL http:www.checkbiotech.org, 21/5/2008)

Führende Produzenten:
Palmölhersteller IOI Group (Malaysia), Golden Hope Plantations (Malaysia), u.a. Kooperationen mit niederländischem Energieunternehmen Biox (Verstromung); IOI besitzt im Hafen von Rotterdam die größte Palmölraffinerie Europas (jährliche Kapazität 900.000 Tonnen); internationaler Handel: Wilmar International (Singapur), bzw. ADM-Kuok-Wilmar-Allianz, US-Agrarkonzern Cargill, Synergy Drive (Malaysia), Sinar Mas Group (Indonesien) (Vgl. Greenpeace 11/2007, „Das Klima wird verheizt“, zudem: Pye, Oliver, „Nachhaltige Profitmaximierung“, in: Peripherie 112, 2008, S. 429-455)


Treibhausgasbilanz:
Treibhausgaseinsparung von ungemischtem Pflanzentreibstoff (Palmöl / Malaysia) gegenüber fossilem Treibstoff (Benzin, EURO3) entlang der Wertschöpfungskette berechnet: über 30% (Empa-Studie 2007), einbezogen wurden THG-Emissionen bei landwirtschaftlichem Anbau, Treibstoff-Produktion, Treibstoff-Transport, Fahrzeug-Betrieb, Infrastruktur (Fahrzeug, Straßen)

Energiebilanz:
Nutzbare Energiemenge (Output) im Verhältnis zur für die Produktion eingesetzten Energiemenge (Input) für Malaysia: 1:1,7 (Arnold in Caritas International 2007)

Bemerkungen zur Ökogesamtbilanz:
Gegenüberstellung mit Umweltbelastungen entsprechend der Empa-Studie: negative Ökobilanz angesichts Zunahme von ökologischen Belastungen im Vergleich zu fossilen Treibstoffen. Hohe Belastungen bei Brandrodung von Regenwaldflächen, neben großen Mengen an CO² führt diese zu Smogbildung, erhöhter Luftbelastung und Verlust an Biodiversität (Empa-Studie 2007)

Schätzungen gehen davon aus, dass durch den Palmölsektor bedingte Veränderungen der Landnutzung bis 2020 zwischen 3,1 und 4,6 Milliarden Tonnen CO²-Emissionen freisetzen, was 68 mal dem Wert der jährlichen Einsparungen entspricht, den die EU durch Biokraftstoffe zu erreichen hofft. (Oxfam Briefing Paper, „Another Inconvenient Truth“, June 2008, S. 2, URL www.oxfam.org.uk)

In Malaysia und Indonesien reduzierte sich der Bestand an Tropenwald in den vergangenen 20 Jahren um 80%, was bislang hauptsächlich auf die Ausweitung der Produktion von Palmöl für Nahrungs-, Pharmazeutik- und Nahrungsmittelindustrie zurückzuführen ist. (Houtard 2007) Gleichzeitig macht die wachsende Biokraftstoffnachfrage den Anbau immer attraktiver. Nach Angaben von Siegert ist jährlich von rund 500.000 ha neu gerodeter Fläche auszugehen. Durch Brandrodung entstehe gut das 25-fache an Kohlendioxid, was durch den Anbau in den nächsten 20 Jahren eingespart werden könnte, wenn die Ernte zu Biokraftstoff umgewandelt wird. (Florian Siegert, Professor für Biologie in München, zitiert nach Berliner Zeitung 10/9/2007, „Regenwald tanken“)

Direkte Konkurrenz (Verwertung):
Rohstoff für Margarine und andere Lebensmittel, aber auch Waschmittel, Seife, Kosmetik und Kerzen.

Palmölverbrauch in Deutschland: Focus-Bericht nennt für 2006 einen Import von 800.000 Tonnen Palmöl, 340.000 wurden in Blockheizkraftwerken für Wärme und Strom verbrannt, EU-weit erzeugten Raffinerien aus Palmöl zudem 270.000 Tonnen Biodiesel (FOCUS 16/1/2008)

Der Sprecher der deutschen EOP Biodiesel AG, Volker Siegert, sieht Einschränkungen für Anstieg des Palmöl-Anteils in deutscher Biodieselproduktion. Palmöl werde dickflüssig, wenn die Temperatur unter 10 Grad Celsius fällt, wohingegen Raps noch bei -14 Grad flüssig sei. ( taz 8/1/2008)


Dokumentierte Fälle, Hinweise

Preissteigerung / Kochöl

Indonesien:
Infolge von Nachfrageverschiebungen und Ankündigungen von Palmölproduzenten, 40% des Rohöls an die Biokraftstoffproduktion zu liefern, kommt es 2007 zu massiven Preissteigerungen für Kochöl ( von 6.500 Rupien / kg auf 9.000 Rupien / kg), die ärmere Haushalte stark belasten, Berichten zufolge aber auch mit Folgen für kleinere Nahrungsmittel verarbeitende Familienbetriebe sind. (Vgl. Rukalyah Rofiq, SETARA Jambi, Indonesia, in: Ernsting, Almuth, Agrofuels in Asia. Fuelling poverty, conflict, deforestation and climate change, July 2007, S. 28 sowie World Rainforest Movement, “Indonesia: Agrofuel from oil palm – the poor pay with higher edible oil prices”, URL www.wrm.org.uy)


Bilanz / Arbeitsplätze:
Im Schnitt entstehen in tropischen Regionen innerhalb industrialisierter Palmölproduktion 10 Arbeitsplätze auf 100 ha, in familiärer Landwirtschaft liegt der Wert bei 35. (Vgl. Holtz-Giménez, „Displaced peasants, higher food prices – and a crutch for the petrol economy“, in: Le Monde diplomatique, July 2007)



Vertreibung, Landkonflikte

Kolumbien:
Curvaradó, Juguamiandó: Rodung von Chocó-Waldgebieten, 113 dokumentierte Morde, gewaltsame Vertreibung von Kleinbauern durch Paramilitärs in Zusammenhang der Erschließung von Land für die Errichtung von Palmöl-Plantagen, Indigene Gemeinschaften, Afro-KolumbianerInnen besonders betroffen, sie repräsentierten 85% der Bevölkerung der Chocó-Region, über Generationen hatten sie dort Mais und Reis angebaut. (Vgl. Food First 2008, „Colombia palm oil biodiesel plantations: A „lose-lose“ development strategy“), Fallarbeit/ Quelle: World Rainforest Movement, Comisión Intereclesial de Justicia y Paz en Colombia (Interkirchliche Kommission für Gerechtigkeit und Frieden in Kolumbien): die Organisation begleitet aktiv die lokalen Gemeinschaften in Curvaradó und Jiguamiandó), weitere Hintergrundinformationen und Protestbrief URL de.indymedia.org/2007/09/194559.shtml ; Eilaktion von kolko e. V., amnesty international in Zusammenhang der Tötung von Walberto Hoyos Rivas, Sprecher der afrokolumbianischen Gemenschaft in Curvaradó, im Oktober 2008; URL www.kolko.de/aktionen.php

Schätzungen gehen 2006 von etwa 3 Millionen Menschen aus, die in Kolumbien in Zusammenhang des expansiven Anbaus von Agrotreibstoffen Opfer von Gewalt und Vetreibung wurden. (Vgl. Houtard, „El costo ecológico de los agrocombustibles“, Agosto 2007; vgl. zudem: Carrere Ricardo, „Palma aceiteira – De la cosmética al biodiesel“, WRM, UITA, Montevideo 2006.)

Zur Rolle paramilitärischer Gruppierungen vgl. zudem The Sunday Times / N.Y., 3/6/2007, „Biofuel gangs kill for green profits“

Indonesien:
Nichtregierungsorganisation Sawit Watch geht im Juli 2008 von 514 Landkonflikten aus, die sich in Zusammenhang der Palmölproduktion zu verschärfen drohen. Ihren Berechnungen zufolge weitet sich der Palmölanbau jährlich zwischen 600.000 und 1.000.000 ha aus und ist eine der Hauptursachen für die Abholzung von Regenwald in Indonesien. (Vgl. URL www.sawitwatch.or.id, „Making Oil Well“)


Bedrohung Regenwald, Artenschutz

Papua-Neuguinea:
Pläne der Regierung, auf der Insel Woodlark 60.000 ha Regenwald für Palmöl zu roden, hatten weltweite Proteste ausgelöst und wurden zurückgenommen. Die Anpflanzung von Ölpalmen hätte nach Angaben von Umweltschützern fast den gesamten noch intakten Flachland-Regenwald der Insel und damit eine atemberaubende Artenvielfalt zerstört. (Vgl. URL www.regenwald.org)


Weitere Fälle

Peru / Amazonasgebiet:
Nach Einschätzung des Instituto de Investigación de la Amazonía Peruana (IIAP) und der niederländischen entwicklungspolitischen Durchführungsorganisation SNV könnte die Nutzung von 10 Millionen ha zerstörter Amazonaswaldfläche u. a. für den Anbau von Ölpalmen der Region wirtschaftliche Aktivität und Aufschwung verschaffen. (La República, Peru, 15/09/2007, “Hectáres deforestadas de la Amazónia podrían emplearse para biocombustibles”, www.larepublica.com.pe)

Amazonas / Brasilien:
Brasilianisch-malaysisches Megapalmölprojekt im Herzen Amazoniens, rund 500 Kilometer von Manaus entfernt, im Distrikt Tefé, geplant. Auf 100.000 ha. sollen Palmölplantagen entstehen. Offiziellen Verlautbarungen der Regierung des Bundesstaates Amazonas werde hierfür kein Regenwald zerstört, das vorgesehene Gebiet sei bereits in den 1980er Jahren kahlgeschlagen worden. (Vgl. Umwelt- und Nord-Süd-Nachrichten, September 2008,  „Palmfette bedrohen Amazonien“)

Kolumbien, Magdalena Medio:
PalmarbeiterInnen protestieren mit Arbeitsniederlegung und Straßenblockaden gegen schlechte Arbeitsbedingungen, Pressionen seitens der Vertragsabnehmer (Vgl. El Tiempo 30/4/2008, „Trabajadores de palma africana compeltan 15 días de paro en zona agroindustrial de Magdalena Médio”)


Weitere Informationen


Zur Situation in Curvaradó, Juguamiandó und weiteren Verlauf vgl. Einschätzung des früheren Sonderberichterstatters zum Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, in: 7th session of the Human Rights Council: Reports / A/HRC/7/5, S. 7f.


Ebenso dazu: Zeitungsbericht über die Aufnahme von behördlichen Ermittlungen in Kolumbien hinsichtlich der Landinbesitznahme durch Palmölproduzenten : „080126 EE investigaciones palmeros“, El Espectador 26/1/2008“




Gefördert von der Deutschen Behindertenhilfe - Aktion Mensch e.V., der Europäischen Union und der InWEnt GmbH aus Mitteln des BMZ.


 

 

This publication was made possible through the financial support of the European Community. The opinions expressed therein represent the opinion of the author and do not represent the official opinion of the European Community.

This publication  was elaborated within the framework of the cooperation-project "Handel-Entwicklung-Menschenrechte" of the Heinrich Böll Foundation (hbs), the Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL), and the Transnational Institute (TNI). More information at:

http://www.handel-entwicklung-menschenrechte.org



FDCL, Berlin: www.fdcl-berlin.de
TNI - Transnational Institute, Amsterdam: www.tni.org
Fundação Heinrich Böll, Rio de Janeiro: www.boell-latinoamerica.org/pt/nav/35.htm
Heinrich Böll Stiftung, Referat Lateinamerika, Berlin: www.boell.de