Di, 10.01.2023
Klima/Biodiversität, Landwirtschaft
Beitrag

Brasilien: Lula da Silva und die internationale Klimapolitik – zum Erfolg verdammt

"Lula". [Symbolbild]. Foto: christian russau

Dieser Beitrag erschien zuerst auf der Webseite der Heinrich-Böll-Stiftung. Mit freundlicher Genehmigung übernommen von: FDCL In Brasilien trat Lula da Silva am Neujahrstag sein Amt an. Menschen aus dem ganzen Land reisten an, um diesen Moment mitzuerleben. Auch internationale Gäste waren zur Amtseinführung vor Ort. Die Erwartungen sind groß. Von Thomas Fatheuer Aktuelle Meldung (Stand … weiterlesen

31.12.2022
Menschenrechte, Multimedia, Straflosigkeit
Audio
John Mark Shorak und Robert Swoboda

Honduras - Zwischen Hoffnung und Korruption

Ohren auf Lateinamerika - Podcast #7

ohren auf lateinamerika

Mit dem Rückblick auf ein Jahr Präsidentschaft von Xiomara Castro schauen wir uns an, was sie gegen die großen Probleme Korruption, Gewalt und Straflosigkeit in Honduras veranlasst hat. Die Präsidentin verhängte im Dezember 2022 ein Ausnahmezustand in Teilen des Landes, der sich gegen kriminelle Banden und deren systematische Erpressungen richtet. Doch die Bedrohung der öffentlichen Sicherheit kommt auch aus dem inneren des Staates, und das nicht erst seitdem ihr Vorgänger Juan Orlando Hernández die organisierte Kriminalität zum Partner seiner Regierung machte. Wir haben mit der Menschenrechtsverteidigerin Yessica Trinidad und dem Anwalt Joaquín Mejía über die Situation gesprochen.

28.12.2022
Extraktivismus, Multimedia, Rohstoffe
Audio
Sophia Boddenberg

Neue Rohstoffe, alte Ausbeutungsmuster

Lateinamerika und die deutsche Energiewende

Für die Energiewende benötigen die westlichen Industrienationen Rohstoffe. Die Nachfrage der deutschen Automobilindustrie, beispielsweise nach Kupfer und Lithium für die Verkabelung und die Batterien von E-Autos, steigt rasant. Auch sogenannte grüne Wasserstoffe sind zunehmend gefragt. Sie gelten als Energieträger der Zukunft als Ersatz von fossilem Gas oder als synthetischer Kraftstoff in Form von E-Fuels in Industrie und Verkehr.

Verschiedene Länder Südamerikas, darunter Peru und Chile verfügen über große Mengen dieser Rohstoffe. Doch in diesem Kontext entstehende extraktivistische Projekte haben teils gravierende Auswirkungen auf Mensch und Umwelt in den betroffenen Gebieten. Sophia Boddenberg hat die Region bereist und Stimmen aus der lokalen Bevölkerung, von Umweltaktivist*innen und Wissenschaftler*innen eingeholt.

Do, 22.12.2022
Agroenergie, Klima/Biodiversität, Landnahme, Landwirtschaft, Rohstoffe
Beitrag

Verbände für verantwortungsvollen Umgang mit Biomasse

Stellungnahme als PDF hier herunterladen! Die bereits heute hohe Nachfrage nach biogenen Rohstoffen für die Wirtschaft der Zukunft wird noch weiter steigen. Denn nicht nur das Ende der fossilen Rohstoffe ist absehbar, auch mineralische Ressourcen sind nur begrenzt verfügbar. Gleichzeitig schränken Klimawandel und der Verlust der Biodiversität die ohnehin knappe nachhaltig nutzbare Biomasse in einem … weiterlesen

22.12.2022
Landwirtschaft
Studien
Vinícius Mendes

TEILHABE IN TRÜMMERN:

DIE AUFLÖSUNG DES NATIONALEN ERNÄHRUNGSRATES CONSEA IN BRASILIEN

In den letzten zehn Jahren hat die Ernährungsunsicherheit in Brasilien massiv zugenommen und mit dem Auftreten der Pandemie verschärften sich viele Ungleichheiten im Brasilianischen Ernährungssystem weiter. Ende 2020 waren 59,4% der befragten Haushalte von Ernährungsunsicherheit betroffen – besonders augenfällig ist hier der allgemeine Rückgang von 85% beim Verzehr gesunder Lebensmittel. Außerdem ist die Bevölkerung von der Ernährungsunsicherheit ungleich betroffen: Die höchsten Prozentsätze werden in Familien registriert, in denen nur eine Person für die Einkommenserzielung verantwortlich ist (66,3%), insbesondere wenn diese Person schwarz ist (66,8%). Auch in Haushalten mit Kindern bis zu 4 Jahren (70,6%), in den Regionen Nordost (73,1%) und Nord (67,7%) sowie in ländlichen Gebieten (75,2%) ist sie höher. Somit war die Hungerlage in Brasilien ähnlich wie im Jahr 2004, am Anfang der Regierung Lula und deren Hungerbekämpfungsagenda.
2022 leben 58,7% der Bevölkerung in Ernährungsunsicherheit und die Zahl der an Hunger leidenden Brasilianer*innen beläuft sich auf mehr als 33,1 Millionen (s. Graphik 1) – ein Anstieg von 14 Millionen Personen im Vergleich zu 2020, sodass nur 4 von 10 Haushalten in Ernährungssicherheit leben. Welche weiteren Faktoren neben den Auswirkungen der Pandemie haben
zu diesem enormen Anstieg beigetragen und Brasilien zurück in den Hunger getrieben?

22.12.2022
Agroenergie, Klima/Biodiversität, Landnahme, Landwirtschaft, Rohstoffe
Studien
Thomas Fatheuer, Maria Backhouse,Thomas Vogelpohl, Fabricio Rodríguez, Anne Tittor, Philip Koch, Camila Moreno

AGRO IST POP, AGRO IST BIO, AGRO IST ALLES!

BRASILIEN: ZUKUNFTSLAND DER BIOÖKONOMIE?

Dekarbonisierung ist das Schlüsselwort für die nächsten Dekaden. In historisch einmaliger Weise hat sich die Weltgemeinschaft im Pariser Abkommen zu diesem Ziel bekannt, wenn auch in der etwas unklareren Version der „Klimaneutralität“, die einem ganzen Bündel von Kompensationsmechanismen und fragwürdiger CO2-Bilanzierung das Tor öffnet. 2050 soll das Ziel erreicht werden. Seit der Unterzeichnung des Abkommens am 12. Dezember 2015 ist viel passiert: die Covid-19-Pandemie, einschließlich Wirtschaftskrise und der Ukraine-Krieg mit einer Explosion der Preise für Energie und Weizen. Und während das Pariser Abkommen noch aus einer Zeit der globalen Kooperation zu kommen scheint, stehen nun die Zeichen auf ein Revival von Geopolitik, das durch die Konkurrenz und Konfrontation großer Blöcke bestimmt ist. Ohne Zweifel, die Lage ist unübersichtlich und hat in Europa eine einigermaßen klar definierte Agenda für das Vorantreiben der Dekarbonisierung ins Wanken gebracht. Plötzlich ist Kohle wieder gefragt und die Brücken(-technologie) Gas in Teilen eingestürzt.

Fr, 16.12.2022
Extraktivismus, Konzernkritik, Multimedia, Rohstoffe
Beitrag

Aufzeichnung taz Talk: Rohstoffeausbeutung in Lateinamerika – Energiewende auf wessen Kosten?

Kupfer, Lithium, grüner Wasserstoff. Alles Rohstoffe, die in der Energiewende eine wichtige Rolle spielen. Peru und Chile gehören zu den wichtigsten Förder- und Produktionsländern. Beim taz Talk am 15.12.2022 sprach Bernd Pickert mit Sophia Boddenberg (freie Journalistin) und Michael Reckordt (Rohstoffexperte / Powershift e.V.) über die sozial-ökologischen Folgen der Rohstoffgewinnung und wie eine gerechte Energie- … weiterlesen

Mo, 12.12.2022
Landwirtschaft, Menschenrechte
Beitrag

Zur Zukunft der Kooperation zwischen Deutschland und Brasilien – Positionen und Vorschläge der deutschen und brasilianischen Zivilgesellschaft

Präsident Lula da Silva setzt neue Prioritäten in der Klimapolitik, im Schutz der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit, in der Förderung einer inklusiven, gerechten Wirtschafts- und Sozialpolitik und er bekennt sich zum Multilateralismus. Dies sind alles günstige Voraussetzungen, um die strategische Partnerschaft zwischen Deutschland und Brasilien wieder zu beleben und gemeinsame Initiativen im multilateralen Bereich voranzubringen. … weiterlesen

07.12.2022
Menschenrechte, Multimedia, Straflosigkeit
Audio
Markus Plate

Radiobeitrag: Vom Hoffnungsträger zum Diktator

Wie Nayib Bukele in El Salvador Demokratie und Rechtsstaat demontiert

Als Nayib Bukele vor vier Jahren in El Salvador bei den Präsidentschaftswahlen antrat, galt er als unkonventioneller Hoffnungsträger, einer der die politische Spaltung nach der Militärdiktatur und dem Bürgerkrieg in den 1980er Jahren überwinden, die Bandengewalt eindämmen und die Korruption bekämpfen könnte. Hohe Zustimmungsraten erzielt Bukele noch immer, auch wenn er das mittelamerikanische Land systematisch zu einer Diktatur zurückverwandelt, wie immer mehr Kritiker*innen sagen. Markus Plate hat sich das System Bukele angeschaut.

06.12.2022
Menschenrechte, Migration, Multimedia
Audio
Tininiska Zanger Montoya und Paul Welch Guerra

Der negierte Krieg in Kolumbien – Die Geschichte von Stella Castañeda

Ohren auf Lateinamerika - Podcast #6

ohren auf lateinamerika

Seit über 50 Jahren herrscht in Kolumbien Krieg zwischen Paramilitärs, Guerillas, staatlichen Sicherheitskräften und anderen bewaffneten Gruppen. Das Resultat: Hunderttausende Tote, gewaltsam Verschwundene und mehrere Millionen Vertriebene Menschen. Trotzdem ist es für geflohene Kolumbianer*innen wie die Aktivistin Stella Castañeda fast unmöglich in Deutschland Asyl zu erhalten. In diesem Podcast erzählen wir ihre Geschichte.